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Posts Tagged ‘web20’

Researching the Everyday Mediatization of Religion

by Xabier Riezu Arregui


“Mediatized Worlds of Religion: Researching the Everyday Mediatization of Religion Empirically” was the title of the lecture on August 05. The professor Andreas Hepp of the University of Bremen talked to us about the importance of taking mediatization processes into account in our research projects. His lecture was aimed to provide us with the conceptual tools for that purpose. Hepp says there are two extreme positions with regard to the meaning of “mediatization”. The first one discusses mediatization as a “logic of the media”. According to this approach, there is one specific logic of the media, and what we can study is how actors and organizations accommodate to that logic. The second position on the contrary, contends that the society is shaped through a lot of acts of appropriation, interpretation, and resistance; not necessarily media related. Furthermore, the media-related pressures are too heterogeneous to be reduced to one media logic.

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Westliche Esoterik und die „Die Prophezeiungen von Celestine“

von Benjamin Pogadl

Esoterik? Schon mal gehört …

Wirft man den Begriff Esoterik in den Raum trifft man oft auf sehr ähnliche Reaktionen. Die Einen können damit so überhaupt nichts anfangen und andere haben zumindest eine grobe Ahnung davon, was man sich unter Esoterik vorzustellen hat. „Das ist doch das Zeug mit den Geistern, Steinchen und Teebaumölen und so.“ Übersähe man die Polemik in diesem Satz wäre das gar nicht so verkehrt. Und lustigerweise kommen solche unbeholfene und schwammige Definitionsversuche einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise doch sehr nahe.

Das mag jetzt paradox und blödsinnig klingen, ist vielleicht am Ende dieses Artikels aber gar nicht mehr so abwegig. Aber bevor du dich jetzt komplett desinteressiert von diesem Artikel abwendest und meinst eh schon alles zu wissen, lass mich doch ein wenig mehr Licht auf das Phänomen werfen und versuchen zu erklären, warum das so ist.

Denn an sich, so sagt man sich gern, hat man ja mit Esoterik so überhaupt nichts am Hut. Aber seien wir doch einmal ehrlich. Energetisch geladene Steine, kleine Figuren, bei denen man sich nicht sicher ist, was sie eigentlich darstellen sollen, Duftlampen, oder ein Deck Tarotkarten – irgendwas, ob nun mit „religiöser“, bzw. „spiritueller“ Intention verbunden, oder nicht – hat doch jeder zu Hause herumfahren. Grund genug sich einmal mit dem Hintergrund
des Phänomens ein wenig auseinanderzusetzen.

Hierfür möchte ich zunächst versuchen den Esoterikbegriff im Allgemeinen zu diskutieren und herauszuarbeiten, warum eine klare Definition dem Phänomen am Ende nicht gerecht wird. Danach werde ich mich bemühen eine vermeintlich bessere Herangehensweise von Kocku von Stuckrad vorzustellen und mit dieser das Fallbeispiel „Die Prophezeiungen von Celestine“, einen Roman von James Redfield, auszuleuchten. Weiterlesen …

Ein explorativer Vorstoß ins “Nichts” oder: Zen-Buddhismus im Web 2.0

von Torben Bellinghoff

Zen und Web 2.0
Beim Durchstöbern von diversen social-media-Anwendungen im Medienverbund Internet, stößt der geneigte Forscher hier und da auch auf implizite oder explizite Beschäftigung der User mit dem Zen-Buddhismus. Die Bandbreite dieser Auseinandersetzung rangiert dabei zwischen, oftmals nicht-intendierter, Rezeption Zen-buddhistischer Begriffe oder Symbolik in thematisch unterschiedlichsten Bereichen und der bewussten, definitorischen Rahmung des Begriffs “Zen” und des sich daran anschließenden Begriffsfeldes. Anders ausgedrückt: auf Flickr, Facebook, StudiVZ oder YouTube beschäftigen sich die Anwender – manchmal bewusst, manchmal unbewusst – mit Zen-Buddhismus.

Im Folgenden möchte ich versuchen einen möglichst vielseitigen Blick auf die Zuschreibungen an den Zen-Buddhismus und die diesbezüglichen vielfältigen Kommunikations- und Ausformungsprozesse anhand einzelner, ausgwählter social-media-Plattformen geben. Stellvertretend für eine ganze Reihe dieser Netzwerke finden hier Beispiele von StudiVZ und YouTube. Im Fokus soll hierbei weniger die konkrete wissenschaftliche Arbeit im Einzelnen stehen – was in diesem Rahmen von vorneherein zum Scheitern verurteilt wäre –, sondern ein Gefühl für die Vielfalt und Diversität der Internetquellen aus dem Bereich der sog. Web 2.0-Anwendungen vermittelt werden. Weiterlesen …

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Der Scientology-Diskurs auf YouTube

Religion oder „Cult“?

von Christian Deisenroth

Vor etwa einem Monat, am 10. Februar 2009, lud Johannes B. Kerner in seine Sendung mit dem Titel Das System Scientology – Sekte, Weltanschauung oder Wirtschaftssystem? den bayrischen Innenminister Günther Beckstein, den ehemaligen Scientology-Chef von Österreich, Wilfried Handl, die Journalisten Frank Nordhausen und Philipp Mattheis sowie den Religionssoziologen Gerald Willms ein. Scientologen waren nicht unter den Gästen, jedoch bekam man schnell den Eindruck, dass Herr Willms von dem Rest der Runde als Verteidiger der Church of Scientology (folgend: CoS) angesehen wurde. Der interessierte Zuschauer bekam ein Beispiel unreflektierter Diskussionskultur um das Thema Scientology zu sehen, was mich dazu veranlasste in diesem Essay den Diskurs um Scientology auf der Videoplattform YouTube zu untersuchen.

Auf YouTube betreibt Scientology einen Video-Channel (folgend: V-C) , über den selbstproduziertes Material veröffentlicht wird. Dem gegenüber steht der allgemeine Bereich, in dem ebenfalls sehr aktiv Videos zu Scientology veröffentlicht werden. Ich interessiere mich bei meiner Untersuchung weniger für die Videos, als für die Kommentare und Diskussionen, welche unter diesen zu finden sind, da ich hoffe anhand dieser einige Tendenzen in der „öffentlichen“ Diskussion um Scientology herausfiltern zu können. Dabei muss natürlich immer berücksichtigt werden, dass es sich nicht um eine repräsentative Menge an Videos bzw. Kommentaren handelt. Des Weiteren ist YouTube zwar ein Teil der Öffentlichkeit, aber sicher nicht repräsentativ für den gesamten öffentlichen Diskurs.
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„Spirituelles Leben“ im Internet

06.03.2009 Kommentare aus

von Dmitrij Pliner

Im Rahmen des Essays wird ein Internetauftritt einer Online – Plattform inhaltlich analysiert, die als Kernfunktion, die „Weisheit“ vieler „spiritueller Lehrer“ bündelt und als breites Angebot den Interessenten und Nutzern zu Verfügung stellt. Um herauszufinden, um welche Art von „Weißheit“ und „spirituellen Lehrern“ es sich hier handelt, wird der Einzellfall beleuchtet. Aus dem Archiv dieser Plattform wird die erste verlinkte Website eines „spirituellen Lehrers“ genommen und ebenfalls einer inhaltlichen Analyse unterzogen. Bevor die Untersuchung beginnt, werden zuerst Begriffe definiert, mit denen im Laufe der Untersuchung gearbeitet wird.

Wenn in diesem Essay der Ausdruck „spiritueller Meister“ verwendet wird, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine Fremdbezeichnung, denn bei der Untersuchung unterschiedlicher „spiritueller Meister“ und in der Einzelfalluntersuchung, tauchte die Selbstbezeichnung nicht auf (vgl. Strathus, Adima). In Wikipedia wird „spiritueller Meister“ mit einem „Guru“, „Meister“, „Erleuchteten“, „Erwachten“ gleichgesetzt (vg. Durga: Satsang). Satsang bedeutet nach Wikipedia:

„Satsang (Sanskrit, m., सत्सङ्ग, satsaṅga, Hindi, m., सत्संग , satsaṅg, von sat = wahr, sanga = Umgang) bezeichnet in der indischen Philosophie und in den daraus abgeleiteten spirituellen Lehren ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Reden, Nachdenken und Versenkung in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben.“

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Zur religionswissenschaftliche Relevanz von Videoportalen am Beispiel von Kathtube

von Sophie Roll

In diesem Ausflug zu religiös motivierten Videoclips im Netz habe ich mich entschieden meine Beispiele auf eine „Video sharing website“ , nämlich Kathtube, zu beschränken. Ich möchte hieran zeigen, dass das Spektrum für religionswissenschaftlich relevante Inhalte dieser Videobotschaften auch innerhalb einer Gemeinschaft vielfältig sein kann und natürlich, dass Informationen, welche die Mitglieder dort Teilen für uns als (angehende) Religionswissenschaftler interessant sind. Weiterlesen …

Möglichkeiten ethischer Entscheidungsfindung im Internet

von Christian Deisenroth

„The needs of the many outweigh
the needs of the few or the one.“

Mr. Spock in Star Trek: The Wrath of Khan

Als Forscherin wird man immer wieder vor Probleme gestellt, für deren Lösung es keine Regeln gibt. Es existiert keine allgemeingültige „Checkliste“, mit der es möglich wäre, immer die „richtige“ Entscheidung zu treffen. Dieser Moment der Entscheidung, der nach Lévinas immer im Bereich der Unentscheidbarkeit liegen muss, ist es, der uns zu dem Problem der Ethik führt.

In vielen Disziplinen, von den Naturwissenschaften bis hin zu den Kulturwissenschaften, machten und machen sich Forscherinnen Gedanken über Forschungsethik. In diesem Essay werde ich mich dem Thema Forschungsethik im Internet zuwenden. Dabei wird am Ende kein Leitfaden für ethische Entscheidungsfindung stehen; vielmehr will ich versuchen das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um so eine Diskussionsgrundlage zu liefern.

In einem ersten Schritt werde ich die Ethik Emanuel Lévinas’ betrachten, um darzustellen, dass eine allgemeingültige Ethik nicht existiert. In dem nächsten Schritt soll dann exemplarisch der Frage nach den juristischen Gesichtspunkten nachgegangen werden, da anhand rechtlicher Bestimmungen der Forscherin Grenzen gesetzt, aber auch Entscheidungen abgenommen werden. Bevor ich zu einem Fazit komme, werde ich noch kurz den Leitfaden für Internetforscherinnen von Charles Ess und der Association of Internet Researchers erwähnen. Weiterlesen …

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