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Erfahrungsbericht zur Feldforschung auf dem Heidenspaß-Festival

03.06.2009


von Sandra Ahnen, Ahmed Al-Rashed und Lena Schad

1.    Erfahrungsbericht der teilnehmenden Beobachtung
(Sandra Ahnen, Ahmed Al-Rashed)
2.    Erfahrungsbericht zu den Interviews (Lena Schad)

Erfahrungsbericht der Teilnehmenden Beobachtung
Unsere Gruppe hat sich das Heidenspaß- Festival als Untersuchungsgegenstand ausgewählt. Das Festival fand am 23.05. im „Schlachthof“ statt und wurde einzig durch hohe Zäune mit blickdichten Planen von der großen Kirchentagsbühne auf der Bürgerweide räumlich getrennt.
Uns ist aufgefallen, dass sowohl die Anzahl der Besucher als auch die zur Verfügung stehenden Mittel der beiden Events schlichtweg nicht vergleichbar waren. Ungleich waren auch die Verhältnisse der Musikanlagen. Die Musik des Kirchentags war fast durchgehend auf dem Festival zu hören. Dessen ungeachtet war die Stimmung ausgelassen und die Besucher zufrieden.

Entgegen der Aggressivität der Plakate waren die Aggressionen auf dem Heidenspaß Festival nur auf literarischer,  künstlerischer und philosophischer Ebene zu erkennen. Es ist also keine Helferin oder Besucherin des DEKT zu schaden gekommen. Als wir am frühen Nachmittag mit der teilnehmenden Beobachtung anfingen, fiel uns ein relativ kleines Publikum auf.

Dafür, dass der erste Teil des Festivals aus einer Kinderparty bestehen sollte, waren kaum Kinder zu sehen. Insgesamt war das Festival recht spärlich besucht. Die Ferkelbuch-Lesung, die etwas verspätet stattfand, zeichnete dasselbe Publikumsbild ab wie die Kinderparty zuvor. Trotz der gelungen und kindgerechten Lesung schienen die Kinder nicht viel mit der Thematik anfangen zu können (siehe Artikel Ferkelbuch).

Im direkten Anschluss trat die Band „St.Pauli Rock’n’Roll Kids“ auf. Auch hier zeigte sich das Festival von seiner kinderfreundlichen Seite. Das traumhaft sommerliche Wetter unterstrich die gelungene lockere Atmosphäre. Für das leibliche Wohl sorgte eine Imbiss/ Biergarten-Kombination mit reichlichen Sitzmöglichkeiten. Das passende Festival-Outfit konnte in Form von bedruckten T-Shirts für einen angemessenen Preis vor Ort gekauft werden. Auch wurde zur Thematik passende Lektüre angeboten.

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Zum Auftakt des erwachsenen Teils des Festivals fand ein kritischer Vortrag über die Kirchenfinanzierung in Deutschland statt. Dr. Carsten Frerk stellte seine Arbeit zu diesem Thema vor. Er präsentierte anhand eines Handouts die verschiedenen Einnahmequellen der Kirchen und deckte „versteckte“ Kirchensteuern auf. Auch auf kritische Fragen wurde stets freundlich und professionell geantwortet.Bild6_kl
Auf diesen sehr wissenschaftlichen Teil folgte ein Rock/Punk Konzert mit mehreren Bands. Dieses Event schien der Höhepunkt des Festivals zu sein, was sich durch die etwas steigende Besucherzahl bemerkbar machte. Auch das Publikum veränderte sich etwas in seiner Konstellation und wurde jugendlicher. Aus einer kirchenkritisch angelegten Plattform zum Debattieren und Diskutieren entwickelte sich die typische Konzertatmosphäre. Ab diesem Zeitpunkt gestaltete sich die Findung von Interviewpartnern etwas schwieriger als zuvor. Die „gottlose Disco“, die das Ende des Heidenspaß Festivals einleitete, war letztendlich nicht „gottloser“ als andere Diskotheken. Denn auch hier hielt man sich an das Gebot „Rauchen nur draußen“.

Erfahrungsbericht zu den Interviews
Unsere Interviewpartner zu finden gestaltete sich leichter als zuvor befürchtet.
Wir bekamen fast nur positives Feedback und alle erklärten sich mit der Tonbandaufnahme und der Veröffentlichung der Ergebnisse einverstanden. Die meisten ließen sich sogar dann noch gern mit uns fotografieren, als wir sagten, es würde eventuell ins Internet gestellt werden.
Nachdem wir das erste Interview im Innenraum des Schlachthofes aufgenommen hatten, beschlossen wir alle folgenden Gespräche aufgrund des starken Halls und den lauten Nebengeräuschen draußen in einer ruhigen Ecke aufzunehmen.
Die Qualität der Aufnahmen wurde dann auch hörbar besser. Doch das sollte nicht die einzige kleine technische Panne bleiben… ein Interview wurde von dem digitalen Aufnahmegerät nicht richtig aufgenommen und wir mussten es wiederholen. Ab diesem Zeitpunkt nahmen wir jedes Gespräch immer gleichzeitig mit zwei Aufnahmegeräten auf, um einen Datenverlust sicher auszuschließen. Bei der Einschätzung der pro Interview eingeplanten Zeit erwartete uns allerdings eine kleine Überraschung, denn selbst mit Zusatzfragen wurden die von uns angepeilten zehn Minuten nicht erreicht, was aber für die Bearbeitung unserer Forschungsfrage kein Problem darstellen sollte, denn das erhobene Material ist dennoch vielseitig und ausführlich in den wichtigsten Aspekten.
Unsere Liste von Fragen, die wir stellen wollten, mussten wir stärker als erwartet den Befragten anpassen, weil sich innerhalb der Gespräche viele neue Fragen auftaten, die uns zu neuen Aspekten unserer Fragestellung anregten. Als Gesprächsleitfaden zur Beantwortung unserer Feldforschungsfrage war unser Entwurf aber insgesamt gut geeignet.
Insgesamt zieht unsere Gruppe auch ein positives Resümee aus den von uns gewählten Methoden.
Interviews mit vorgezeichnetem Verlauf ermöglichen uns eine relativ schnelle Auswertung und wir können gut die Unterschiede in den jeweils zu einer Frage abgegebenen Antworten vergleichen.
Besonders zufrieden sind wir mit unserer relativ großen Auswahl an Bildmaterial für das wir selbstverständlich auch die rechtlichen Aspekte mit dem Veranstalter und den Befragten abgesprochen haben.
Insgesamt sind wir optimistisch unsere Forschungsfrage anhand des erhobenen Materials beantworten zu können und blicken positiv auf die anstehende Arbeit.

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