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Wie stehen Kirchentagsbesucher zur Pro-Reli-Initiative aus Berlin?

21.05.2009

von Claas Fraedrich, Dimitrios Kotrotsos und Olaf Schlepegrell

Dieser Essay wird im Rahmen des Seminar „Mensch, wo bist du? Religionswissenschaftliche Perspektiven auf das Event Deutscher ev. Kirchentag“ verfasst. Dadurch, dass der Evangelische Kirchentag in diesem Jahr in Bremen stattfindet, versuchen wir die dort angeschnittenen Themen aus religionswissenschaftlicher Perspektive zu betrachten.

Am 26. April 2009 fand der Volksentscheidung über eine Gesetzesänderung betreffend den Religionsunterricht im Bundesland Berlin statt. Die Gesetzesänderung sollte eine Alternative des Faches Religion zum Fach Ethik, das in Berlin alles Schüler besuchen müssen, bieten.

Dieser Volksentscheid brachte es auf Grund einer zu geringen Beteiligung nicht auf die nötige Mehrheit für eine Gesetzesänderung. Das Meinungsbild der abgegebenen Stimmen zeigt aber auch, dass mit 51,3 Prozent der Wähler gegen Pro-Reli eine sehr knappe Mehrheit gewonnen hat. Dies offenbart eine Uneinigkeit in der Bevölkerung zum Thema Religion in der Schule.

In Deutschland gibt es Modelle zum Religionsunterricht, die von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich ausfallen. In Bremen zum Beispiel gibt es das Fach „Biblische Geschichte“, dass in Deutschland aufgrund der Bremer Klausel, eine Ausnahme bildet.

Für uns als Gruppe ist es interessant herauszufinden wie die Berliner Diskussion auf dem Evangelischen Kirchentag bei den Teilnehmern die Entscheidung der Berliner aufgenommen wurde. Unser Interesse leitet sich auch daraus ab, dass wir in unserer Gruppe Studenten haben, die das Fach Religion auf Lehramt studieren und dadurch unmittelbar von der Entwicklung des Faches betroffen sind.

Aus der Tatsache des Berliner Volksentscheids und unserem Interessengebiet entstand auch unsere Forschungsfrage: “Was halten Sie von der Pro – Reli-Initiative und der Entscheidung in Berlin?“

Unsere Forschungsfrage führen wir durch, in dem wir drei qualitative Interviews führen werden. Diese Interviews werden arbeitsteilig durchgeführt.

Die Veranstaltung deren Besucher wir interviewen wollen, findet auf dem Markt der Möglichkeiten statt zum Thema „Das Geheimnis der Bremer Klausel: Was ist der Bremer Religionsunterricht?“ von Dr. Manfred Spieß (Universität Bremen).

Die Interviewgespräche sollen im Anschluss an die Veranstaltung mit den Besuchern durchgeführt werden, damit neben der eigenen Meinung auch die Eindrücke dokumentiert werden.

Die Interviews wollen wir jeweils zu dritt führen. Der Erste führt das Interview an sich, der Zweite protokolliert und der Dritte ist für die Technik zuständig. Jeder von uns wird in allen drei Bereichen eingearbeitet, sodass jeder am Ende alle drei Bereiche abdeckt und auch durchgeführt hat. Das Interview wird auf Tonband aufgenommen. Als Backup werden wir voraussichtlich mit der Videokamera filmen. Ganz wichtig ist hierbei, dass der Interviewpartner in Kenntnis über seine Datenschutzrechte gesetzt wird.

Die Planung unmittelbar vor dem Kirchentag dreht sich nur noch um Einarbeitung in die Thematik „Pro-Reli“, Erarbeitung diverser Fragengebiete und die Beschaffung der Technik. Spannend wird es zu sehen, wie passend unsere Fragen sein werden und ob wir es schaffen in den Interviews eine zufriedenstellende Breite an Antworten zu erhalten.

Wir erhoffen uns, dass die Interviewten uns umfangreich ihre Ideen mitteilen, da sie als Besucher des Podiums ein gewisses Interesse am Thema und ein bestimmtes Wissen darüber mitbringen. Fragen werden sich vorwiegend um Pro-Reli und in gewissem Maße auch um die Bremer Situation drehen. Problematisch dabei kann sein, wenn die Befragten nicht aus Bremen kommen und deswegen das hiesige Schulfach nicht kennen. Andererseits können sie uns über ihre Erfahrungen mit anderen ähnlichen Schulfächern berichten. Daraus ergibt sich im besten Fall ein Meinungsbild, welches Positionen zu Pro-Reli aufzeigt und diese auf in Deutschland vorkommende unterschiedliche Religionsfächer zurückführt.

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