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Medienethnologie im „Global Village“. Interdisziplinäre Ansätze zur Ritualforschung in Virtuellen Welten.

28.03.2009

medienethnologie

Seminarankündigung

Im Sommersemester 2009 wird an der Universität Heidelberg in einer Kooperation von Ethnologie (Prof. Dr. Christiane Brosius) und Religionswissenschaft (Simone Heidbrink) ein Hauptseminar zur Ritualforschung in Virtuellen Welten veranstaltet werden, zu dem interessierte Studierende beider Fächer herzlich eingeladen sind.

Virtuelle 3D Welten erfreuen sich in der derzeitigen Medien-Landschaft großer Beliebtheit, wie rund 16 Millionen registrierte Avatare in Second Life, der derzeit größten dieser „Life Sims“, nachdrücklich belegen. Da diese Plattformen im Gegensatz zu klassischen Online Spielen wie World of Warcraft kein festgelegtes Spielziel aufweisen, sind die Nutzer gefordert, dort selbst Gegenstände, Inhalte und somit im weitesten Sinne „Sinn“ zu generieren. Neben kommunikativen, ludischen, ästhetischen und vielen anderen Aspekten weisen virtuelle 3D Welten auch eine große Bandbreite von religiösen Angeboten auf, was neue Herausforderungen an Theorien und Methoden kulturwissenschaftlicher Internetforschung stellt. Die Möglichkeit, in Echtzeit mit Nutzern dieser religiösen Offerten zu kommunizieren und an deren religiösen Praktiken zu partizipieren erfordert eine Ausweitung der bisherigen, im wesentlichen text- und bildwissenschaftlich orientierten Herangehensweisen um ethnographische und medienethnologische Methoden.

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Eine Zusammenarbeit von Ethnologie und Religionswissenschaft soll die Vermittlung eines möglichst breiten multimethodischen Theorie- und Methodenspektrum der rezenten Forschung in diesem Bereich an konkreten Beispielen gewährleisten und somit Synergieeffekte für die Studierenden der Ethnologie und der Religionswissenschaft schaffen. Eine Schwerpunktsetzung auf Online-Rituale soll zudem den Mehrwert moderner ritualtheoretischer Forschungszugänge aus dem Sonderforschungsbereich 619 „Ritualdynamik“ in die Lehre tragen. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit deren praktischen Anwendung in den beiden Praxisblöcken in Form kleinerer Feldforschungsprojekte ausstesten. Als Schlüsselthemen werden Ritualtheorie, Methoden und Praxisbeispiele virtueller Ethnographie und Forschungsethik behandelt.

meditation

Als Leistungsnachweise sollen neben einer Projektarbeit, die als kleines Feldforschungsprojekt innerhalb von Second Life konzipiert ist von jedem Studierenden 2 Essays mit jeweils einem theoretischen und einem praktischen Fokus verfasst werden, die ebenfalls auf diesem Weblog veröffentlicht und diskutiert werden sollen.

Das Seminar findet in nicht ganz regelmäßigen Abständen 14-tägig montags von 11-13 Uhr im Südasien-Institut, Raum Z10 statt und beginnt am 6. April (ausnahmsweise im Karl Jasper Center Raum 112). Die drei Blocksitzungen finden voraussichtlich am 5., 6. und 26. Juni ganztägig statt.

Die Dozierenden freuen sich auf viele interessierte und diskussionsfreudige Seminarteilnehmer!

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