
Seminarankündigung
Im Sommersemester 2009 wird an der Universität Heidelberg in einer Kooperation von Ethnologie (Prof. Dr. Christiane Brosius) und Religionswissenschaft (Simone Heidbrink) ein Hauptseminar zur Ritualforschung in Virtuellen Welten veranstaltet werden, zu dem interessierte Studierende beider Fächer herzlich eingeladen sind.
Virtuelle 3D Welten erfreuen sich in der derzeitigen Medien-Landschaft großer Beliebtheit, wie rund 16 Millionen registrierte Avatare in Second Life, der derzeit größten dieser „Life Sims“, nachdrücklich belegen. Da diese Plattformen im Gegensatz zu klassischen Online Spielen wie World of Warcraft kein festgelegtes Spielziel aufweisen, sind die Nutzer gefordert, dort selbst Gegenstände, Inhalte und somit im weitesten Sinne „Sinn“ zu generieren. Neben kommunikativen, ludischen, ästhetischen und vielen anderen Aspekten weisen virtuelle 3D Welten auch eine große Bandbreite von religiösen Angeboten auf, was neue Herausforderungen an Theorien und Methoden kulturwissenschaftlicher Internetforschung stellt. Die Möglichkeit, in Echtzeit mit Nutzern dieser religiösen Offerten zu kommunizieren und an deren religiösen Praktiken zu partizipieren erfordert eine Ausweitung der bisherigen, im wesentlichen text- und bildwissenschaftlich orientierten Herangehensweisen um ethnographische und medienethnologische Methoden.

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von Simone Heidbrink und Kerstin Radde-Antweiler
“How virtual is reality?” / “Wie virtuell ist die Realität?” ist eine der Fragen, die nicht zuletzt im vorigen Semester in unserem Seminar “The Internet is the Trailer Park for the Soul’ – Web 2.0-Anwendungen als religionswissenschaftlicher Gegenstand und religionsgeschichtliche Quelle” immer wieder aufgekommen ist. Tatsächlich ist diese Frage selbst in Forscherkreisen immer noch umstritten.
- “Sind Freundschaften, die ich im Internet schließe, gar nicht “real”, sondern nur virtuell?”
- “Kann ich in einer Welt, die nur aus Bits und Bytes besteht, “echte”, vielleicht sogar “religiöse” Gefühle entwickeln?
- “Und wenn ich im Internet bete, ist das dann ein echtes Gebet?”
- “Und wer entscheidet überhaupt über solche Zuordnungen?”

Die diesjährige Summer School “How Virtual is Reality”, die vom 10. bis 19. Juli 2009 als Kooperation der Universität Bremen, der Universität Oldenburg und der privaten Jacobs Universität in Bremen stattfinden wird, will sich genau solchen Fragestellungen aus einer Forschungsperspektive insbesondere aus den Bereichen sozialer, kultureller und religiöser Interaktion, Kommunikation und Performanz widmen. Der Kurs richtet sich vor allem an Doktoranden und Studierende im Hauptstudium, aber auch Studierende im Grundstudium mit Erfahrung auf dem zu behandelnden Themengebiet sind herzlich eingeladen, sich zu bewerben.
Mehr als 15 internationale Referenten (darunter die Autorinnen dieses Beitrags, sowie renommierte Forscher wie Hans Kippenberg, Jan Schmidt, Christopher Helland u.a.) werden den Teilnehmern einen Kanon interaktiver Theorien und Methoden an die Hand geben und diese mit ihnen einüben. Am Ende des Kurses werden alle Teilnehmer in der Lage sein, eigenständig Forschungsprojekte innerhalb Virtueller Welten zu planen und durchzuführen. Das Internet wird jedoch nicht nur als Untersuchungsfeld, sondern auch als Plattform für akademischen Austausch und Lehre dienen. So werden einige der Unterweisungen in Second Life stattfinden und das Internet als Veröffentlichungs- und Diskussionsplattform für Teilnehmer und Referenten dienen.
Nähere Informationen sowie die genauen Details zur Bewerbung finden Sie hier.
Wir freuen uns auf viele Bewerbungen!
Die Organisatorinnen Kerstin Radde-Antweiler und Simone Heidbrink
von Franziska Schau
Innerhalb meines Essay werde ich mich der Untersuchung der Website http://www.chrismonblogs.de widmen.

Dies ist ein Blog des Verlages http://www.chrismon.de. Betrachtet man das Weblog, so lässt sich feststellen, dass es einfach gestaltet ist. Bilder von den Herausgebern beziehungsweise Autoren sind nicht vorhanden. Allgemein gesprochen ist es schlicht gestaltet. Klickt man auf einen Artikel, so werden in einer Navigationsleiste auch andere Artikel eingeblendet.
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von Benjamin Pogadl
Esoterik? Schon mal gehört …
Wirft man den Begriff Esoterik in den Raum trifft man oft auf sehr ähnliche Reaktionen. Die Einen können damit so überhaupt nichts anfangen und andere haben zumindest eine grobe Ahnung davon, was man sich unter Esoterik vorzustellen hat. “Das ist doch das Zeug mit den Geistern, Steinchen und Teebaumölen und so.“ Übersähe man die Polemik in diesem Satz wäre das gar nicht so verkehrt. Und lustigerweise kommen solche unbeholfene und schwammige Definitionsversuche einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise doch sehr nahe.
Das mag jetzt paradox und blödsinnig klingen, ist vielleicht am Ende dieses Artikels aber gar nicht mehr so abwegig. Aber bevor du dich jetzt komplett desinteressiert von diesem Artikel abwendest und meinst eh schon alles zu wissen, lass mich doch ein wenig mehr Licht auf das Phänomen werfen und versuchen zu erklären, warum das so ist.
Denn an sich, so sagt man sich gern, hat man ja mit Esoterik so überhaupt nichts am Hut. Aber seien wir doch einmal ehrlich. Energetisch geladene Steine, kleine Figuren, bei denen man sich nicht sicher ist, was sie eigentlich darstellen sollen, Duftlampen, oder ein Deck Tarotkarten – irgendwas, ob nun mit „religiöser“, bzw. „spiritueller“ Intention verbunden, oder nicht – hat doch jeder zu Hause herumfahren. Grund genug sich einmal mit dem Hintergrund
des Phänomens ein wenig auseinanderzusetzen.
Hierfür möchte ich zunächst versuchen den Esoterikbegriff im Allgemeinen zu diskutieren und herauszuarbeiten, warum eine klare Definition dem Phänomen am Ende nicht gerecht wird. Danach werde ich mich bemühen eine vermeintlich bessere Herangehensweise von Kocku von Stuckrad vorzustellen und mit dieser das Fallbeispiel „Die Prophezeiungen von Celestine“, einen Roman von James Redfield, auszuleuchten. Weiterlesen…
by Giacomo Puliti
This article comes from the need to do some considerations after I read a research concerning MySpace, made by Mike Thelwall: “Social Networks, gender and Friending: An Analysis of MySpace Member profiles” (Link to a Word-Document).
Facebook, MySpace, Twitter, Flickr, are names familiar to a lot of people and quite often you hear about them on TV, or of course in the Internet. Some of the readers might be a member of one of these “communities”. Apparently some of these Social Network Websites (I will call them SNW from now on for convenience) are more and more quoted as new sources of happiness, depression, addiction, democracy, and new forms of social and political life. Not a long time ago, during the last elections in the U.S., Obama’s crew set up an online supporter group for Facebook, which allowed users of this SNW to link with other users actively in the campaign of the democratic candidate.
Using Thelwall’s definition, a Social Networking Site is a web server that allows Internet users to register, to create a personal profile and communicate with selected others. Usually you can personalize your personal space on this site in different ways using personal information, interests, personalized graphic and music to give an idea of you to other people: your profile.
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von Torben Bellinghoff
Zen und Web 2.0
Beim Durchstöbern von diversen social-media-Anwendungen im Medienverbund Internet, stößt der geneigte Forscher hier und da auch auf implizite oder explizite Beschäftigung der User mit dem Zen-Buddhismus. Die Bandbreite dieser Auseinandersetzung rangiert dabei zwischen, oftmals nicht-intendierter, Rezeption Zen-buddhistischer Begriffe oder Symbolik in thematisch unterschiedlichsten Bereichen und der bewussten, definitorischen Rahmung des Begriffs “Zen” und des sich daran anschließenden Begriffsfeldes. Anders ausgedrückt: auf Flickr, Facebook, StudiVZ oder YouTube beschäftigen sich die Anwender – manchmal bewusst, manchmal unbewusst – mit Zen-Buddhismus.
Im Folgenden möchte ich versuchen einen möglichst vielseitigen Blick auf die Zuschreibungen an den Zen-Buddhismus und die diesbezüglichen vielfältigen Kommunikations- und Ausformungsprozesse anhand einzelner, ausgwählter social-media-Plattformen geben. Stellvertretend für eine ganze Reihe dieser Netzwerke finden hier Beispiele von StudiVZ und YouTube. Im Fokus soll hierbei weniger die konkrete wissenschaftliche Arbeit im Einzelnen stehen – was in diesem Rahmen von vorneherein zum Scheitern verurteilt wäre –, sondern ein Gefühl für die Vielfalt und Diversität der Internetquellen aus dem Bereich der sog. Web 2.0-Anwendungen vermittelt werden. Weiterlesen…
Religion oder “Cult”?
von Christian Deisenroth
Vor etwa einem Monat, am 10. Februar 2009, lud Johannes B. Kerner in seine Sendung mit dem Titel Das System Scientology – Sekte, Weltanschauung oder Wirtschaftssystem? den bayrischen Innenminister Günther Beckstein, den ehemaligen Scientology-Chef von Österreich, Wilfried Handl, die Journalisten Frank Nordhausen und Philipp Mattheis sowie den Religionssoziologen Gerald Willms ein. Scientologen waren nicht unter den Gästen, jedoch bekam man schnell den Eindruck, dass Herr Willms von dem Rest der Runde als Verteidiger der Church of Scientology (folgend: CoS) angesehen wurde. Der interessierte Zuschauer bekam ein Beispiel unreflektierter Diskussionskultur um das Thema Scientology zu sehen, was mich dazu veranlasste in diesem Essay den Diskurs um Scientology auf der Videoplattform YouTube zu untersuchen.
Auf YouTube betreibt Scientology einen Video-Channel (folgend: V-C) , über den selbstproduziertes Material veröffentlicht wird. Dem gegenüber steht der allgemeine Bereich, in dem ebenfalls sehr aktiv Videos zu Scientology veröffentlicht werden. Ich interessiere mich bei meiner Untersuchung weniger für die Videos, als für die Kommentare und Diskussionen, welche unter diesen zu finden sind, da ich hoffe anhand dieser einige Tendenzen in der „öffentlichen“ Diskussion um Scientology herausfiltern zu können. Dabei muss natürlich immer berücksichtigt werden, dass es sich nicht um eine repräsentative Menge an Videos bzw. Kommentaren handelt. Des Weiteren ist YouTube zwar ein Teil der Öffentlichkeit, aber sicher nicht repräsentativ für den gesamten öffentlichen Diskurs.
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von Jasmina Türker
Das heutzutage modernste Kommunikationsmittel ist wie wir alle wissen das Internet und das damit verbundene Web 2.0. Gerade Soziale Netzwerkseiten wie “MySpace“, “Wer-kennt-wen“, “Kwick“ oder “studiVZ“ geben wohl die größte Fülle dieser Kommunikationsmöglichkeiten wieder. Man meldet sich an, gestaltet sein eigenes Profil mit persönlichen Daten oder Bildern, füllt seine Freundschaftsliste mit schon Bekannten oder neu Kennengelerntenkennen und kann dann praktisch mit der Interaktion beginnen. Man hat innerhalb solcher Communities beispielsweise die Gelegenheit Foto-Tagging zu betreiben, Nachrichten auszutauschen, einen Blog zu schreiben (oder auch Bilder einzufügen) und diesen bewerten zu lassen oder “Gruppen“ beizutreten, die die gemeinsamen Interessen einzelner User verbinden. In der vorliegenden Arbeit sollen nun die Gruppen des studiVZ, die auch Gruppen-Diskussionsforen beinhalten, unter dem Stichwort “Islam“ untersucht werden. Es gilt aufzuzeigen wie der Islam im studiVZ und insbesondere in den einzelnen „Islam-“Gruppen dargestellt wird, welche ungleichen Meinungen existieren, und noch viel wichtiger, wie die unterschiedlichen Gruppen in andere Bereiche des Web 2.0 greifen bzw. das gesamte Internet zur Darstellung ihrer Haltung gegenüber dem Islam nutzen. Weiterlesen…
von Till Hagen Peters
Das Internet als modernes Medium der Kommunikation hat sich in den letzen Jahren zu einem anerkannten und florierenden Forschungsgebiet entwickelt. Untersucht werden neben der Technologie auch der Umgang der Nutzer mit dem Internet und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Konsequenzen. Hierbei wird der Mensch selbst zum Objekt der Forschung. Folglich rücken wissenschaftsethische Fragen unweigerlich in den Vordergrund. In diesem Essay soll die Frage diskutiert werden, inwieweit eine kultur- bzw. sozialwissenschaftliche Online-Forschung qualitativ neue wissenschaftsethische Probleme mit sich bringt, die in der Offline-Forschung nicht zu finden sind.
Der Begriff „Wissenschaftsethik“ umfasst in seiner allgemeinen Bedeutung zunächst zweierlei Problembereiche: Zum einen wird die Erzeugung und Verwendung von wissenschaftlichem Wissen thematisiert. Hierbei geht es primär um die praktischen Folgen, die die Erzeugung oder Verwendung von Wissen mit sich bringen können. Bekannte Beispiele in diesen Bereich sind der Bau der Atombombe (Manhatten-Projekt) oder die Veränderung des Genoms von Pflanzen, Tieren oder Menschen. Zum anderen bezieht sich der Begriff „Wissenschaftsethik“ auf den spezifischen „Ethos“ (ethisches Bewusstsein) einer Wissenschaftlergemeinschaft. Bei dem Bestreben neues Wissen zu erwerben, sind dem Wissenschaftler ethische Regeln auferlegt, die die Möglichkeiten des Wissenserwerbs regulieren und begrenzen sollen. Zwischen den einzelnen Ländern kann dieser Ethos stark variieren. Zur Veranschaulichung kann auf das psychologische Experiment von Stanley Milgram verwiesen werden. In Deutschland ist ein solches Experiment, in dem Versuchspersonen gegen ihr Gewissen dazu gebracht werden autoritäre Anweisungen zu geben, nicht denkbar. Hingegen wurde an der Santa Clara University im Jahr 2008 dieses Experiment von Jerry Burger wiederholt.
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von Dmitrij Pliner
Im Rahmen des Essays wird ein Internetauftritt einer Online – Plattform inhaltlich analysiert, die als Kernfunktion, die „Weisheit“ vieler „spiritueller Lehrer“ bündelt und als breites Angebot den Interessenten und Nutzern zu Verfügung stellt. Um herauszufinden, um welche Art von „Weißheit“ und „spirituellen Lehrern“ es sich hier handelt, wird der Einzellfall beleuchtet. Aus dem Archiv dieser Plattform wird die erste verlinkte Website eines „spirituellen Lehrers“ genommen und ebenfalls einer inhaltlichen Analyse unterzogen. Bevor die Untersuchung beginnt, werden zuerst Begriffe definiert, mit denen im Laufe der Untersuchung gearbeitet wird.
Wenn in diesem Essay der Ausdruck „spiritueller Meister“ verwendet wird, dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit eher eine Fremdbezeichnung, denn bei der Untersuchung unterschiedlicher „spiritueller Meister“ und in der Einzelfalluntersuchung, tauchte die Selbstbezeichnung nicht auf (vgl. Strathus, Adima). In Wikipedia wird „spiritueller Meister“ mit einem „Guru“, „Meister“, „Erleuchteten“, „Erwachten“ gleichgesetzt (vg. Durga: Satsang). Satsang bedeutet nach Wikipedia:
„Satsang (Sanskrit, m., सत्सङ्ग, satsaṅga, Hindi, m., सत्संग , satsaṅg, von sat = wahr, sanga = Umgang) bezeichnet in der indischen Philosophie und in den daraus abgeleiteten spirituellen Lehren ein Zusammensein von Menschen, die durch gemeinsames Hören, Reden, Nachdenken und Versenkung in die Lehre nach der höchsten Einsicht streben.“
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